Stand:  14.04.2013  

 

32hk-01

Franz Schubert (1797 - 1828)

Fünf Menuette mit sechs Trios, op. 89 (komp. 1813)

Peter Sculthorpe (geb. 1929)

Irkanda für Solovioline, Streichorchester und Schlagzeug (komp. 1961)

Solist:

Alban Beikircher, Violine

Carl Nielsen (1865 - 1931)

Kleine Suite a-moll op. 1 für Streichorchester

 

 

Felix Mendelssohn-Bartholdy
(1809 - 1847)

Konzert in d-moll für Violine, Klavier und Streichorchester (komp. 1823)
- Allegro - Adagio - Allegro molto -

Solisten:

Alban Beikircher, Violine
Ralf Hohn, Klavier

Leitung:  Oliver Bensch

 

Franz Schubert komponierte seine Fünf Menuette mit sechs Trios op. 89 im Alter von 16 Jahren. Es handelt sich dabei weniger um Tanzmusik, sondern eher um einen Zyklus von Charakterstücken. Der Ausdruck reicht dabei von ausgelassener Heiterkeit und gelegentlichem Wiener Schmäh über sehnsuchtsvollen Gesang bis zu tiefer Traurigkeit. Allen Sätzen ist die überströmende melodische Fantasie Schuberts gemeinsam.

Der in Tasmanien geborene Komponist Peter Sculthorpe begann schon als siebenjähriges Kind zu komponieren. Als die Eltern das Talent ihres Sohnes erkannten, bekam er regelrechten Kompositionsunterricht. In Europa wurde man 1955 auf ihn aufmerksam, als seine Klaviersonatine mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Mit Unterstützung eines Stipendiums konnte er danach in Oxford studieren. Während seines Aufenthalts in Europa hatte er so wichtige Lehrer und Förderer wie John Cage und Peter Maxwell Davis. Zurückgekehrt nach Australien erlangte er mit seiner Komposition „Irkanda IV“ für Streicher, Solovioline und Schlagzeug aus dem Jahre 1961 auch internationalen Erfolg. Bei der Musiksprache Sculthorpes fällt die Sparsamkeit des Tonmaterials auf, deren floskelhafte Tonfolgen teilweise dem Gesang der Aborigines nachempfunden sind. „Irkanda“ ist ein australischer Begriff und bedeutet so viel wie: ein abgelegener und einsamer Ort. Dieses sehr persönliche Musikstück, geschrieben als unmittelbare  Reaktion  auf  den Tod von  Sculthorpes Vater, ist mit seiner lastenden Melodik und seiner kreisenden ostinaten, fast rituellen Marschrhythmik eine eindrucksvolle Trauermusik, der die letzten Zeilen eines Gedichtes zu Grunde liegen: „...die Sonne im Atom / ist Gott im Atom...“

Auch Carl Nielsen begann schon als Kind sich als Musiker zu profilieren, lernte neben verschiedenen Blasinstrumenten auch Violine. Ihm wurde ein Studium am Konservatorium in Kopenhagen ermöglicht, wo er die Hauptfächer Violine und Komposition belegte. Noch während seines Studiums, unter anderem bei Niels Wilhelm Gade, schrieb er sein Op. 1, die Kleine Suite in a-moll für Streichorchester, die 1888 mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Durch seine unkonventionelle Tonsprache, die Modernität mit nordischem Sentiment verbindet, zählt er heute zu einem der wichtigsten Komponisten der Spätromantik Dänemarks. Die dreisätzige Suite für Streichorchester zeigt schon einiges seiner späteren Meisterschaft. Dem dunklen und leidenschaftlichen Präludium folgt ein Intermezzo, das die Seligkeit einer Mittsommernacht darzustellen scheint, während der gewichtige dritte Satz, nach einer langsamen Einleitung mit dem Material aus dem Präludium, zu einem virtuosen Finale in Form eines Sonatenhauptsatzes angelegt ist.

Auch Felix Mendelssohn Bartholdy begann schon als Kind unter Anleitung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter zu komponieren. An den in dieser Zeit u.a. entstandenen 12 Sinfonien für Streicher lässt sich sein rascher Fortschritt auf dem Weg zur Meisterschaft erkennen. Aus dieser Zeit stammt auch das in der Besetzung einmalige Konzert für Violine, Klavier und Streichorchester d-moll aus dem Jahre 1823. Dieses äußerst spielfreudige und schwungvoll-virtuose Werk, das er selbst auf der Geige uraufführte, zeigt in Form und Durchführung viele eigenwillige Details und bemerkenswerte kompositorische Einfälle. In seinem ungestümen Impetus und einigen Unausgewogenheiten merkt man auf ganz charmante Weise den unbändigen Drang eines vierzehnjährigen Jungen.

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albanAlban Beikircher wurde in Bruneck, Südtirol, geboren und wuchs in München auf. Er studierte Violine bei Joshua Epstein in Saarbrücken sowie in der Solistenklasse von Yfrah Neaman an der Guildhall School in London.
Eine umfangreiche Konzerttätigkeit führte Alban Beikircher durch fast alle Länder Europas, nach Israel, China, Saudi Arabien und Ägypten. Er war Gast auf zahlreichen europäischen Musikfestivals wie Schleswig-Holstein, Bonner Beethovenfest, Schönberg-Festival Ruhr, Genève, Asiago, Salamanca oder Schloss Windsor. Als Solist spielte er mit Orchestern wie den Münchner Sinfonikern, der Rumänischen Staatsphilharmonie Arad oder dem Sinfonieorchester der Staatsoper Szeged und zuletzt mit dem Münchner Kammerorchester unter Christoph Poppen. Im Mozartjahr 2006 spielte er auf Einladung der Philharmonie Essen zusammen mit dem Pianisten Anthony Spiri sämtliche Sonaten W.A. Mozarts.
Als Primarius des Arion Quartetts sowie als Geiger des Balance-Trios sammelte er wertvolle Erfahrungen in der Kammermusik, die ihm sehr am Herzen liegt. Er war Kammermusikpartner von Künstlern wie Mirijam Contzen, Stefan Tönz, Daniel Müller-Schott, Alfredo Perl, Benedikt Koehlen oder Stefan Johannes Bleicher. 2006 gründete Alban Beikircher das Korngold Quartett, dessen Mitglieder bereits seit Jahren in unterschiedlichen kammermusikalischen Besetzungen erfolgreich konzertieren.
Alban Beikircher brachte Werke von Peter Michael Hamel, Klaus Hashagen, Wilfried Hiller und Ernst Krenek zur Uraufführung. Seit 1999 verbindet ihn eine Partnerschaft mit dem SonyBMG Label ArteNova, für das er bisher Lutoslawskis Partita, Beethovens Kreutzersonate, die Violinsonaten Robert Schumanns und alle Werke für Violine und Klavier von Gabriel Fauré aufgenommen hat.
Seit Jahren engagiert sich Alban Beikircher pädagogisch an der Jugendmusikschule Bad Saulgau, wo er eine Violinklasse sowie das Streichorchester betreut. Regelmäßig erzielen seine Schüler Preise beim Landeswettbewerb Baden-Württemberg, zuletzt auch auf Bundesebene. Mehrmals war Beikircher bereits Dozent an der Landesakademie für die musizierende Jugend Baden-Württemberg. Im Jahre 2000 gründete er das mittlerweile überregional bekannt gewordene Musikfestival „Tonkunst Bad Saulgau“. Seit 2002 ist Alban Beikircher Stipendiat des deutsch-israelischen Künstleraustausch-Programms ‚Young Leaders Exchange’ der Bertelsmann Stiftung.

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hohnRalf Hohn gehört zweifelsohne zu jenen Menschen, die dem Bad Saulgauer Kulturleben in den vergangenen Jahren entscheidende Impulse gegeben haben. 1956 in Mönchengladbach geboren, gab er mit 17 Jahren sein Debut als Konzertpianist mit Beethovens 3. Klavierkonzert. Nach dem Studium an der Musikhochschule Hannover bei Karl-Heinz Kämmerling führte ihn seine Konzerttätigkeit durch Deutschland, Polen, Lettland, Italien und in die Schweiz; daneben wirkte er bei mehreren Rundfunkaufnahmen mit. Beim Internationalen Klavierwettbewerb „Palma d´Oro 1992“ in Finale Ligure/Italien wurde Ralf Hohn mit dem 3. Preis ausgezeichnet, und 1994 errang er beim bedeutenden „Concours Musical de France“ in Paris den 1. Preis.
Neben seiner Tätigkeit als Konzertpianist ist Ralf Hohn auch als Musikpädagoge außerordentlich erfolgreich. Seit 1995 ist er Leiter der Jugendmusikschule Bad Saulgau und unterrichtete in den vergangenen Jahren zahlreiche „Jugend musiziert“-Preisträger. Ralf Hohn, „ein temperamentvoller Pianist mit glänzender Technik“ (Cesvaines Zinas, Lettland, Mai 2000), hat es verstanden, mit seiner innigen Hingabe für die Musik vielen Nachwuchskünstlern den Weg zur musikalischen Neugier und Entdeckungslust zu ebnen.

bensch2Oliver Bensch studierte Violine und Viola an der Musikhochschule Hannover bei Roman Nodel,  Oscar C. Yatco und anderen, dann  Dirigieren bei Gudni Emilsson, Trossingen und Wolfgang Heinz, Staatsoper Stuttgart.
Er unternahm europaweite Tourneen als Geiger und Bratscher in verschiedenen Ensembles und Orchestern, ebenso nahm er unter anderem teil an den Festivals in Salzburg, Millstadt, Bregenz, Hersfeld und Ludwigsburg. Er wirkte mit bei Produktionen der Staatstheater in Hannover, Braunschweig und Innsbruck, außerdem war er Gründer und Konzertmeister des „Orchester op. 7“ in Nordrhein-Westfalen.
Dazu kamen umfangreiche Studioarbeit und Mitwirkung bei CD-Produktionen (u.a. Randy Crawfort und Elsbeth Moser) und die Leitung einer Geigen/Bratschen-Klasse an der Jugendmusikschule Freiberg/Neckar. Seit 1999 ist er Dirigent der „Jungen Sinfonie“ Freiberg, seit 2006 künstlerischer Leiter des Kammerorchesters Metzingen und Gastdirigent bei Orchestern im süddeutschen Raum, beispielsweise  beim Christophorus Sinfonieorchester Stuttgart. Oliver Benschs umfangreiches Repertoire umfasst sämtliche Stilrichtungen der symphonischen Musik mit besonderem Schwerpunkt auf Romantik und Moderne. Auch die zahlreichen Aufführungen von Werken aus den Bereichen Oratorium, Oper und Musical zeigen die Bandbreite seiner musikalischen Aktivitäten.

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